Neuss: Galopp und mehr – Was da bleibt noch?

10.08.2006

WZ v. 10.8.2006
Die Pläne zur Erschließung des Rennbahngeländes brauchen nach dem Wegfall der Wohnbebauung eine neue Grundlage. Es geht um die Finanzierung.
Neuss. Wer die Tribüne erklimmt, hat es geradezu symbolisch vor Augen. Marode ist das (einst) gute Stück aus den 50er Jahren, dringend muss saniert werden. Und nicht nur hier. Attraktivitätssteigerung für den Rennbetrieb ist die eine dringend notwendige Seite. Große Planung zu Erschließung des Areals die andere, die aus dem ersten Punkt folgte.
Der Rennverein kann mangels Masse nichts zahlen, verweist im Gegenzug auf 400 000 Euro, die er jährlich zur Instandhaltung des Grüns zahle für die Stadt sozusagen. Die Stadt wiederum hat den Rennverein per Bürgschaft unterstützt und muss alljährlich den Streit um die Darlehenszinsen im Rat ertragen.

Doch jetzt geht es um Größeres. Was aber kühn und visionär daherkam, eingebettet in ein Modell, das die Stadt von nahezu jedem finanziellen Risiko fernhalten sollte, wandelt sich derzeit ganz allmählich zum Trauerspiel mit allzu vielen Fragezeichen.
Was war nicht alles geplant. Wohnen im „Dorf“, Gewerbe, Öffnung und Erschließung des Innenraums. Büroturm und Hotel, Seniorenheim, Mehrzweckhalle, Kinderzoo undso weiter. Das Schützenfest gesichert, der Rennbetrieb gesichert. Geld für die gesamte Planung aus Verkauf und Vermietung der Flächen für Wohnen und Gewerbe. Soweit der Plan.
Nun ist mit dem Aus für die Wohnbebauung die Hauptsäule der Finanzierung weggebrochen, und niemand weiß, wie es weitergehen wird. Die CDU hält sich vornehm zurück. Man habe doch HBM, dem Entwickler und Investor des Großprojektes, eine Frist bis Ende September zur Vorlage eines neuen Business-Plans gesetzt, heißt es. Vorher zu reagieren sei unfair. Fraktionsmitglied und Parteichef Jörg Geerlings bekundet immerhin: „Wir werden uns schon zum Galoppsport bekennen.“
Das ist eine klare Aussage, und eine dazu, der die SPD nun widerspricht. Auch die SPD hatte noch vor Monaten den Pläne von HBM zugestimmt, doch jetzt hat sie unter geänderten Bedingungen auch ihre Haltung geändert. Zu pferdelastig die Planungen, sagt sie jetzt, nicht zwingend der Rennbetrieb, der doch ebenso wie das Schützenfest vom Rat festgeschrieben war.
vollständiger Artikel: WZ v. 10.8.2006
10.08.06
Von Ulla Dahmen

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