Stadtwerke-Fusion mit Krefeld perfekt

Stadtwerke-Fusion mit Krefeld perfekt

NGZ v. 10.2.2007
von LUDGER BATEN
Die Stadtwerke Krefeld Neuss AG & CoKG geht mit dem Neujahrstag 2008 an den Start. Der Rat der Stadt Neuss stimmte am Freitag Abend in einem geheimen Wahlgang zu, dass die Neusser Energietochter SWN Energie und Wasser mit dem Krefelder Versorger verschmolzen wird.
Um in der neuen Gesellschaft eine Sperrminorität von 25,1 Prozent zu erhalten, müssen die Neusser 13,2 Millionen Euro zu zahlen. „Die CDU-Fraktion hat eine geschlossene Mannschaftsleistung abgeliefert“, freute sich Parteichef Dr. Jörg Geerlings, der auch Ratsherr ist. 33 Stadtverordnete, vermutlich aus Reihen der Union und der Bündnisgrünen, hatten für die Fusion gestimmt; 23 sagten Nein.


Die Entscheidung war auch in der CDU-Mehrheitsfraktion vor dem Hintergrund strittig diskutiert worden, dass ein Alternativangebot der Stadtwerke Düsseldorf zu einem Dreierbündnis vorlag. „Wir haben unsere Entscheidung sorgfältig, auch unter Einbeziehung externer Fachleute, vorbereitet“, sagte Geerlings, „und unsere Handlungsfähigkeit bewiesen.“ Das Ergebnis ist ein Erfolg für Bernd Koenemann. Der CDU-Fraktionschef wird sich am 26. Februar zur Wiederwahl stellen.
Spannung lag am Freitag Abend über dem Ratssaal. Zunächst hatte die Fraktion Unabhängige/Linkspartei beantragt, die Stadtwerke-Entscheidung von der Tagesordnung abzusetzen. Bereits in dieser frühen Phase wurde geheim abgestimmt. Mit 27:31 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.
Der Weg in die Stadtwerke-Ehe mit Krefeld war damit frei. Gut möglich, dass aber aus juristischen Gründen noch nachgebessert werden muss. Der Grund: Am Donnerstag stimmte der Krefelder Rat dem ausgehandelten Vertragswerk in seiner Urfassung zu. Die Neusser zogen am Freitag Abend im Grundsatz zwar nach, doch sie bedienten sich dabei eines Änderungsantrags der CDU.
„Wir haben einige Punkte präziser gefasst“, erklärte Geerlings. Fakt ist, dass in Krefeld und Neuss Fusionsbeschlüsse gefasst wurden, die nicht deckungsgleich sind. „Daran wird die Fusion nicht scheitern“, sagte Roland Sperling, dem die Unschärfe aufgefallen war. Der Fraktionschef von Unabhängige/Linkspartei fühlte sich daher „für heute Abend ein bisschen wie ein Sieger.“
Ein echter Sieger ist aber Dr. Dieter Steinkamp (46). Der Krefelder Stadtwerke-Vorstand steigt mit dem Jahreswechsel zum Vertriebsvorstand des Kölner Energieversorgers Rhein-Energie auf – dort trifft er auf einen Neusser: Volker Staufert, zuständig für Technik und Netze.

2007-02-10T12:46:29+00:00 10. Februar 2007|