swn-Biogasanlage in Betrieb genommen

03.03.2010

Neusser Landwirte bereiten Biogas netzfähig auf / swn übernehmen Einspeisung / Bis zu 14 Millionen Kilowattstunden erneuerbare Energien jährlich
Mit einem symbolischen Knopfdruck haben Stadtwerke Neuss-Geschäftsführer Heinz Runde sowie die Landwirte Herbert Königs und Christian Nellen die gemeinsame Biogasanlage in Neuss-Hoisten in Betrieb genommen. Nach nur 18 Monaten für Planung, Bau und Inbetriebnahme ist damit die erste Anlage dieser Art und Größe in der Bundesrepublik realisiert worden. In dieser Anlage sind Geräte verwendet worden, die ihre Zulassung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und eine Eichzulassung erst vor wenigen Tagen erhalten haben. „Wir haben gemeinsam mit den Landwirten einen technologischen Meilenstein in unserem Land gesetzt und zusammen rund 1,4 Millionen Euro investiert. Die Biogasanlage ist ein Beleg für die Innovationskraft und die ökologische Ausrichtung der Stadtwerke Neuss“, erklärte Heinz Runde, Vorsitzender Geschäftsfüh-rung der Stadtwerke Neuss.

Landwirte sind Biogas-Experten
Überwiegend aus Maissilage produzierten die Landwirte Königs und Nellen bereits zwei Jahre lang Bio-Rohgas. Dieses wurde in einem Blockheizkraftwerk verbrannt und in Strom umgewandelt. Mit der Abwärme wurden die Wohnungen auf dem Hof geheizt. Um eine höhere Effizienz zu erreichen, haben sich die Landwirte gemeinsam mit den Stadtwerken Neuss zu einem anderen Modell entschieden. „Die Biomasse wird fortan in Bio-Methan-Gas in Erdgasqualität umgewandelt und netzfähig gemacht. Das Gas auf Netzqualität zu bringen ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Hierfür muss das enthaltene Kohlendioxid entfernt werden“, so Herbert Königs, der sich vor allem durch zahlreiche Fahrten nach Süddeutschland zum Experten in Sachen Biogas entwickelt hat. Rund eine Million Euro investierten er und sein Partner Christian Nellen in die neue Aufbereitungsanlage.
swn errichteten Einspeiseanlage
Zeitgleich mit dem Bau der Aufbereitungsanlage errichteten die Stadtwerke Neuss unmittelbar daneben eine Einspeiseanlage für das Biomethan. „Hier wird ab sofort das von unseren Partnern Königs und Nellen aufbereitete Biogas gemessen, gezählt und bilanziert. Zudem erfolgen hier eine permanente Qualitätsprüfung und Einstellungen, die erforderlich sind, um das Gas in das Netz der Stadtwerke einspeisen zu können“, erläutert Wolfgang Lenhart, Leiter Technik der swn. Eine Gashauptleitung der Stadtwerke verläuft in unmittelbarer Nähe der Biogasanlage, was die Einspeisung erleichtert. Die Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH haben insgesamt 400.000 Euro in die Ein-speiseanlage investiert.
Partnerschaft mit langer Laufzeit
Um Planungssicherheit auf beiden Seiten zu erzielen, haben die Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH mit den Landwirten Königs + Nellen einen langfristigen Biomethan-Liefervertrag über 10 Jahre abgeschlossen. „Inhalt des Ver-trages ist eine bestimmt Gasmenge mit einer definierten Reinheit. Wir als Energieversorger konzentrieren uns im Wesentlichen um die Bilanzierung und Konfektionierung des Biomethans; die Landwirte um die Herstellung. Jeder tut das, was er am besten kann“, fasst swn-Geschäftsführer Stephan Lommetz die wesentlichen Eckpunkte der Partner-schaft zusammen.
Biogas versorgt swn-Einrichtungen und Plangemühle
Das von den Neusser Landwirten Königs + Nellen produzierte Biogas wird ab sofort die Blockheizkraftwerke der swn-Tochter Neusser Bäder und Eissporthalle GmbH (NBE) so-wie den Industriekunden Plangemühle im Neusser Hafen mit Wärme und Strom versorgen. „Die swn bilden das Bindeglied zwischen den Landwirten und einem alteingesessenen Neusser Industrieunternehmen. Diese neue Partnerschaft ist ein Musterbeispiel für Innovation und Offenheit. Biogas „made in Neuss und für Neuss“ demonstriert eindrucksvoll, dass die swn für künftige Energiefragen schon heute maßgeschneiderte Lösungen anbieten können“, so Dr. Jörg Geerlings, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH. Alleine bei der Plangemühle werden durch die Nutzung des Bio-Erdgas jährlich 1.300 Ton-nen CO2 eingespart. Die ab sofort in das Erdgasnetz eingespeiste Menge Biomethan-Gas reicht aus, um ca. 500 – 700 Einfamilienhäuser alter Bauweise dauerhaft mit Wärme zu versorgen.
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